Kon­flikt­stür­me

Kon­flikt­stür­me

Fin­den Sie sich auch manch­mal völ­lig unver­hofft mit­ten im Auge des Hur­ri­kans wieder?

Gera­de ges­tern lan­de­te ich wie­der ein­mal mit­ten im Auge des Sturms. Zu spät zu Hau­se los­ge­fah­ren, kom­bi­niert mit dem all­täg­li­chen Stau, kam ich ziem­lich knapp im Büro an. Jetzt ohne­hin schon gestresst und die 30 Minu­ten, die ich mir ein­ge­plant hat­te, um mei­ne Prä­sen­ta­ti­on noch kurz zu über­ar­bei­ten im Genick, öff­ne­te ich die Büro­tür und da stand sie! Tan­ja, die Ner­ven­sä­ge aus der Buch­hal­tung, ‑schein­bar wie­der mal nix zu tun da unten……

Auf mei­nen freund­li­chen Hin­weis, dass ich gera­de über­haupt kei­ne Zeit habe, leg­te sie ohne Vor­war­nung los:

„Warst du ges­tern zuletzt am Kopie­rer? Es wur­de wie­der kein Papier nach­ge­legt. Immer, wenn ich foto­ko­pie­ren möch­te fehlt Papier! Ich hab‚ dir schon so oft gesagt, du sollst wel­ches nach­le­gen.“ Sie rede­te sich in Rage, wäh­rend mein Blick an der gna­den­los ticken­den Uhr fest­hielt, die hin­ter ihr an der Wand tickte.

Ich merk­te, wie sich mein Zorn­zom­bie in Stel­lung brach­te und sich die Hän­de rieb. „Pri­ma“ hör­te ich ihn, „gleich knallts mal wie­der richtig“.

„Komm schon“ sti­chel­te der Zorn­zom­bie „für Tan­jas Kin­der­kram hast du nun wirk­lich kei­ne Zeit. Los, steck ihr das!“

Und genau das hör­te ich mich nun auch sagen:“ Tan­ja, für Dei­nen Kin­der­kram habe ich wirk­lich kei­ne Zeit und das Papier im Kopie­rer ist jetzt wirk­lich mein kleins­tes Problem!“

Wut­ent­brannt dreh­te sie Tan­ja um, und ver­ließ mein Büro, die Tür laut zuschlagend.

Kon­flikt­stür­me abwenden

Das schwie­ri­ge an Kon­flikt­stür­men ist, dass sie so plötz­lich über uns hereinbrechen.

Was kön­nen wir also tun?

Oft reagie­ren wir wie oben beschrieben.

Das ist nicht opti­mal – aber mensch­lich. Wich­tig ist, dass wir nach einer kur­zen Bedenk­zeit auf den ande­ren zuge­hen, uns even­tu­ell sogar für unse­re Reak­ti­on ent­schul­di­gen und das Pro­blem in Ruhe klären.

In mei­nem Fall ging ich nach der Mit­tags­pau­se zu Tan­ja ins Büro. Habe mich ent­schul­digt und erklärt war­um ich heu­te mor­gen so unter Strom stand. Dass es gut sein kann, dass ich der Schul­di­ge am Dru­cker war und ich ver­su­che mich das nächs­te Mal dar­an zu erin­nern. Viel­leicht kann man dort auch ein­fach noch mal einen Zet­tel zur Erin­ne­rung aufhängen.

Wel­che Mög­lich­kei­ten gibt es noch, um das Steu­er recht­zei­tig „rum­zu­rei­ßen“

Segel ein­ho­len – Zeit gewinnen

Den Wind aus den Segeln neh­men, indem man um Auf­schub bittet.

„Tut mir leid, ich möch­te ger­ne mit Dir dar­über spre­chen, aber ich muss in den nächs­ten 30 Minu­ten noch etwas fer­tig machen. Kön­nen wir viel­leicht gemein­sam Mit­tags­pau­se machen?“ Soll­te der Sturm wei­ter wehen:
„Lie­be Tan­ja, in der Mit­tags­pau­se bin ich dann ger­ne für Dich und das The­ma da!“

Den Wind im Auge behal­ten und über eine Lösung nachdenken

Das heißt konkret:

Den­ken und füh­len Sie laut an Ort und Stelle.

„Tan­ja, ich kann ver­ste­hen, dass Dich das gera­de sehr ärgert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dein rich­ti­ger Ansprech­part­ner bin, denn ich war die letz­ten Tage über­haupt nicht am Dru­cker. Des­halb füh­le ich mich gera­de sehr über­fah­ren. Ich bin mir aber sicher, dass auch ich nicht immer an das Papier den­ke. Wie wäre es, wenn Du einen Zet­tel über den Dru­cker hängst, der dar­an erinnert?“

Indem Sie laut den­ken und füh­len neh­men Sie den ande­ren direkt mit in Ihre Gedan­ken. Wäh­rend­des­sen ist der ande­re „abge­lenkt“ und sie kön­nen so im Unter­be­wuss­ten eine Lösung fin­den, die Sie direkt mit anbie­ten kön­nen. Wich­tig! Deh­nen Sie das nicht zu lan­ge aus.

Wet­ter­war­nun­gen beachten

Wenn Sie für sich einen Moment benö­ti­gen um im Hur­ri­ca­ne den Über­blick zu behal­ten dann gibt es fol­gen­de Möglichkeit.

Len­ken Sie Ihren Gegen­über mit ein­fa­chen Fra­gen zur Situation/ zum The­ma ab. Hal­ten Sie ihn hin. So gewin­nen Sie Zeit, die Sie brau­chen um inner­lich zu einem Ergeb­nis zu kom­men. Die­ses tei­len Sie dann mit.

Fra­gen hier­für könn­ten sein: Wie lan­ge denkst du schon dar­über nach? Wie ist dir die­se Idee gekom­men? Wie geht es dir damit?…

In mei­nem Kon­kre­ten Fall mit Tan­ja hät­te das so aus­se­hen können:

„Guten Mor­gen Tan­ja, was ist denn genau pas­siert? Ist es Dir jetzt gera­de akut wie­der pas­siert? Ist Dir das schon öfter auf­ge­fal­len? Wie kommst Du auf die Idee, dass das ich gewe­sen sein muss? …..

„Weißt Du, ich den­ke schon, dass auch ich ab und an der Übel­tä­ter bin, aller­dingst nicht immer. Wir könn­ten doch einen Zet­tel über den Dru­cker hän­gen, der ans Papier nach­fül­len erinnert.“

Radar ein­schal­ten

Die gute Nach­richt. 95 Pro­zent aller Situa­tio­nen tre­ten immer wie­der auf.

Des­halb kön­nen Sie sich gut vor­be­rei­ten. Las­sen Sie also die kom­men­den Wochen Ihren Radar ange­schal­tet und iden­ti­fi­zie­ren Sie die­se Situationen.

Viel­leicht notie­ren Sie sich die­se auch auf einem Zettel.

Setz­ten Sie sich dann ein­mal hin und durch den­ken Ihren Stand­punkt, Ihre Rol­le und Ihre Hal­tung dazu. Sie wer­den sehen, das nächs­te Mal ste­hen Sie wie ein Fels im Sturm.

Manch­mal fährt unser Schiff aber ein­fach mal auf Grund. Ohne frem­de Hil­fe ist es dann nicht mög­lich wie­der Kurs zu halten.

Hier hilft im Unter­neh­mens­all­tag eine Kon­flikt­klä­rung, die Wogen zu glät­ten, dass Schiff vom Grund zu zie­hen, dadurch Schiff­bruch zu erlei­den und so wie­der Fahrt aufzunehmen

Ger­ne ste­hen wir Ihnen als Lot­sen mit unse­ren Erfah­run­gen zur Seite.

Ihr Ilo­na Vogel Team

 

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